Die Geschichte des Jerichower Landes


Das Territorium des Landkreises Jerichower Land umfasst 1.336 qkm und grenzt unmittelbar an das der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts. Es bildet den Übergang von der Altmark zum Großraum Magdeburg. Eingeschlossen ist das Elbe-Havel-Gebiet sowie die Ausläufer des Flämings. 

 

Der Name Jerichower Land geht zurück bis ins Jahr 1816 als bei der Neugestaltung der Provinz Sachsen die Kreise Jerichow I und Jerichow II entstanden. Pate stand dabei das Kloster in der Stadt Jerichow, das heute zu den bedeutensten sakralen Baudenkmalen in Nordeuropa gehört.
Die Besiedlungsgeschichte des heutigen Landkreises zählt viele tausend Jahre. In der Römerzeit, 1. - 4. Jahrhundert, lebten in diesem Gebiet der germanische Stamm der Semonen. Im Verlauf der Völkerwanderung im 6./7. Jahrhundert begann die Einwanderung slawischer Stämme. Nach erfolglosen Versuchen Karls des Großen gelang es Anfang des 10. Jahrhunderts den deutschen Herrschern Heinrich I. und Otto I. in diesem Gebiet Fuß zu fassen. 

Damit begann die schriftliche überlieferte Geschichte. Im Jahre 983 führten die slawischen Stämme einen gewaltigen Aufstand durch. Es gelang ihnen, als Grenze die Elbe-Saale-Linie wieder herzustellen. Erst nach dem Jahre 1100 begann allmählich die Christianisierung und Germanisierung, die unter Erzbischof Wichmann erfolgte. 
Er erhielt dabei tatkräftige Unterstützung von Albrecht dem Bären. Die Slawen, die sich nicht unterwarfen, wurden vertrieben oder getötet. Die Gründung von Ortschaften wird durch überlieferte Urkunden aus der Regierungszeit Otto I. nachgewiesen. Die über 1.000 Jahre alten Schriftstücke, in denen die Besitzrechte der ehemaligen Slawengebiete geregelt werden, sind für viele Gemeinden des heutigen Landkreises Jerichower Land die erste namentliche Erwähnung.

Mit der Christialisierung und Germanisierung entwickelten sich in der Region auch die Adelshäuser wie zum Beispiel derer von Plotho in Parey oder von Katte in Wust zu bedeutenden und einflussreichen Adelsgeschlechtern. Fortlaufende Plünderungen von Dörfern durch altmärkische Raubritter sowie Fehden zwischen den Adelshäusern und die langjährigen Rechtsstreitigkeiten zwischen den Kurfürstentum Brandenburg und dem Erzbistum Magdeburg wegen des Besitzanspruches auf das Elbe-Havel-Land kennzeichneten die Lage im 15./16. Jahrhundert. 
Auch der Dreißigjährige Krieg mit seinen Plünderungen und Verwüstungen in den Jahren von 1618-1648 sowie die Pestjahre 1639 und 1682/1683 brachten zugleich einen wirtschaftlichen Niedergang. Erst mit dem Einfluss des Preußenkönigs Friedrich II. begann wieder ein spürbarer wirtschaftlicher Aufschwung. Unter Herrschaft des Preußenkönigs erfolgte von 1743-1746 der Bau des Elbe-Havel-Kanals. Darüber hinaus wurden im Fiener Bruch die ersten Meliorationsarbeiten durchgeführt und der untere Stremmelauf reguliert. 


Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Magdeburg-Berlin in den Jahren 1837-1846 wurde der wirtschaftliche Aufschwung der Region weiter begünstigt. 
Auf Grund der reichen Schlickvorkommen hat sich das Ziegeleiwesen zu einem bedeutenden Industriezweig entwickelt. Aber auch andere Unternehmen wie die Holzverarbeitung, das Baugewerbe, der Schiffsbau und die Binnenschifffahrt förderten den wirtschaftlichen Aufschwung maßgeblich. 

Der Aubau des Elbe-Havel-Kanals mit dem Bau des Ihlekanals in den Jahren 1865-1872 sowie der Bau der Kleinbahn in den Jahren 1881-1924 brachten weitern Wachstum.

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