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Die Geschichte der Freiwillige Feuerwehr Parchen
Von der Handdruckspritze zum modernen Tanklöschfahrzeug |
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Die Freiwillige Feuerwehr Parchen beging vor kurzem ihr 75-jähriges Feuerwehrjubiläum. Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. erfolgt am 1. April 1927 in der Gaststätte Wohlenberg, heute Parkklause der Familie Luck. Die Technik der Parchener Wehr war im Gründungsjahr bescheiden, sie bestand aus zwei Handdruckspritzen, die von Pferden gezogen wurden. Auch ein alter Leiterwagen gehörte zur Ausrüstung. Die Behälter der Handdruckspritzen wurden mit Wasser gefüllt. Sie hatten noch keine Saugvorrichtung. Das Wasser wurde durch Schläuche und Strahlrohre gedrückt. Hier wurde das Prinzip des Wasserdrucks ausgenutzt. Die Förderleistung einer Handdruckspritze lag bei 300 Litern in der Minute. Die Spritze wurde von acht bis 16 Personen bedient und zur Brandbekämpfung eingesetzt. Der erste große Feuerwehreinsatz erfolgte im August 1932 beim Löschen eines Scheunenbrandes in Dretzel. Gespannführer Fritz Mehlhase zuckelte mit seinem Pferdegespann und der Handdruckspritze über die holprige Torfchaussee nach Dretzel. Auch der Humor kam nicht zu kurz. Was erzählte man sich in Parchen? "Buchstäblich auf dem Schlauch standen Parchener Feuerwehrleute bei einem Brand anno 1927. Nachdem sie mit der Handdruckspritze am Einsatzort angekommen waren und sich entfaltet hatten, kam vorn kein Wasser. Nach langem Hin und Her ? inzwischen wurde eine Eimerkette eingesetzt ?fand man des Rätsels Lösung: Ein Rad der Handdruckspritze stand auf dem Schlauch." Die Handdruckspritzen waren im ersten Spritzenhaus untergebracht, das schon um 1850 am Südausgang des Schloßparkes errichtet wurde und beherbergte alle Feuerwehrfahrzeuge bis 1962. Im 20. Jahrhundert war eine rasche Entwicklung in Wissenschaft, Technik und Forschung zu verzeichnen. Auch die Feuerwehrtechnik entwickelte sich ab 1920 gleichzeitig mit der weiteren Industrialisierung in Deutschland. 1932 wurde eine Motorspritze und ein Personenkraftwagen vom Typ "Adler" angeschafft. Der PKW wurde vom Genthiner Arzt Dr. Adolf Usbeck abgekauft und diente der Feuerwehr als Mannschaftswagen. Während' des 2. Weltkrieges waren die Parchener Feuerwehrmänner täglich im Einsatz, um wertvolles Kulturgut zu schützen. Aus dieser Zeit stammte folgende Begebenheit: So erinnern sich die Parchener noch an Willi. Als die Sirene wieder einmal Feueralarm meldete, sprang er in seine Stiefel, stülpte den Helm auf und zog, schon auf der Straße, die Uniformjacke an. Was er vergessen hatte, das hatte seine liebe Frieda schon gesehen. In heller Aufregung stand sie am geöffneten Fenster und rief ihm laut nach: "Willi, halt! Halt! Deine Hosen! Deine Hosen! " Nach dem Kriege begann eine neue Entwicklungsetappe der Parchener Feuerwehr. Die noch vorhandenen Kräfte reihten sich in den Neuaufbau der Feuerwehr ein, um die Gemeinde vor Bränden zu schützen. Der Neuaufbau der Freiwilligen Feuerwehr war nicht einfach. Galt es, aus den verbliebenen Feuerlöschgeräten und Materialien wieder eine einsatzfähige Feuerwehr aufzubauen. So wurde 1945 aus einem ehemaligen Militärlöschfahrzeug die Technik ausgebaut. Feuerlöschgeräte und andere Materialien wurden wieder einsatzfähig gemacht. Unter Leitung des Wehrleiters Otto Schmidt wurde in vielen ehrenamtlichen Stunden eine einsatzbereite Feuerwehrtechnik geschaffen. 1955 wurde ein Personenkraftwagen vom Typ "Horch" angeschafft. Er diente als Hilfslöschfahrzeug und wurde als Mannschaftswagen umgebaut. Ein Feuerwehrgerätehaus, das alte Spritzen haus, war wohl für das Fahrzeug vorhanden, aber nicht lang genug. So erfolgte ein Anbau, um das Löschfahrzeug unterzubringen. 1961 wurde der Parchener Wehr ein Löschfahrzeug vom Typ "Mercedes " zur Verfügung gestellt. Das Fahrzeug war nicht zu lang, sondern passte in der Höhe nicht in das Spritzenhaus hinein. Der Fußboden wurde aufgenommen, der Erdboden ausgeschachtet und tiefer gelegt, um das Fahrzeug in der Höhe unterzubringen. Viele Probleme traten auf, aber alle wurden sie durch die Feuerwehrmänner gemeistert. Der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses erfolgte von 1960 bis 1963 im Südteil des Schloßparkes in der Kirchstraße nahe der Bundesstraße. Die Mitglieder der Feuerwehr verpflichteten sich, das neue Gerätehaus in Eigenleistungen zu errichten. Die Parchener Bürger spendeten dazu das L Bauholz. Der Gemeinderat stellte Baumaterial zur Verfügung, das einen Wert von 18 000 Mark hatte. Der Anteil der Eigenleistungen der Feuerwehrmänner betrug über 50 000 L Mark. Als Auszeichnung erhielt die Parchener Wehr 1962 ein Mannschaftsfahrzeug vom Typ "Robur" mit einem Spritzenanhänger. Der Mannschaftswagen wurde schon im neuen Gerätehaus untergestellt. Der damalige Bürgermeister Fritz Feye übergab im August 1963 das Gebäude der Feuerwehr. Das Feuerwehrgerätehaus ist ein Ziegelsteinbau mit Putzverkleidung und Spitzdach. Der Anbau eines Schulungsraumes und Schlauchturms am Gerätehaus erfolgte von 1967 bis 1968. Das alte Spritzenhaus diente von 1963 bis 1980 als Buswartestelle und ist heute ein Taubenhaus 'des Brieftaubenzüchters Burkhard Miloschewski. Der alte Schlauchturm in der Kirchstraße wurde 1970 abgerissen. Die Wende vom Oktober 1989 leitete eine neue gesellschaftliche Entwicklung in der ehemaligen DDR ein. Auch eine Umstrukturierung erfolgte im Bereich des Feuerwehrwesens des Jerichower Landes. Die Parchener Wehr gehört heute zum Bereich Genthin-Stremme-Nordfiener. 1994 wurde ein neues Feuerwehrauto durch die Gemeinde angeschafft. Am 19. August 1994 wurde das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W5) aus Dissen von der Firma Schlingmann durch die Feuerwehrmänner Werner Janke, Willi Mehlhase, Albert Ahlert, Helmut Rempke, Gert Keppler, Bernd-Dieter Möhring .. und Horst Kühne geholt. Die Übergabe an die Parchener Wehr erfolgte am 20. August durch den Bürgermeister beim Feuerwehrfest. Der Wert des Fahrzeuges betrug 185 000 Mark. Die Parchener Wehr, eine Stützpunktfeuerwehr, benötigte ein neues Tanklöschfahrzeug und dazu ein neues Feuerwehrgerätehaus. Das ehemalige Heizhaus der Agrargenossenschaft wurde im 1. Bauabschnitt vom 20. September 2000 bis 30. April 2001 zum Gerätehaus umgebaut. Das Objekt ist einmalig im Jerichower Land. Es passt ins Dorfbild, wurde großzügig und modern gestaltet. Das Feuerwehrdepot ist ein Platten? und Ziegelsteinbau mit Putzverkleidung und Spitzdach. Die Übergabe und Einweihung des Feuerwehrdepots erfolgte am 20. September 2001 mit einem Feuerwehrfest. Der 2. Bauabschnitt erfolgt vom 2. Mai 2001 bis 30. August 2001 und beinhaltete die Gestaltung des Umfeldes des Feuerwehrdepots und den Aufbau des Naturspielparks um die Klapperhalle. Das neue Tanklöschfahrzeug 16/25 wurde am 6. Februar 2002 aus Dissen durch die Feuerwehrmänner Dietmar Hunold, Gert Keppler, Bernd-Dieter Möhring, Silvio Dalchow und Karl Seel geholt. Es wurde der Parchener Wehr anläßlich des 75?jährigen Feuerwehrjubiläums am 1. Mai übergeben und der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Wert des Tanklöschfahrzeuges 16/25 betrug 330 000 Mark. Es wurde aus Eigenmitteln der Gemeinde und aus Fördermitteln des Landkreises Jerichower Land angeschafft. Unter dem Motto "Retten, Löschen, Bergen, Schützen" stellt sich die Parchener Feuerwehr den gesellschaftlichen Aufgaben.
G. Schulenburg |
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Günter Schulenburg Steinstr. 5 39307 Parchen Tel. 039345/220 |
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