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 Parchen Geschichte

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Parchen
Eingebettet in die Natur der Fienerlandschaft, umgeben von Wiesen, Gewässern, Kiefern und Laubwäldem liegt das Fienerdorf Parchen, 7 km von Genthin und 18 km von der Kreisstadt Burg entfernt. Parchen ist ein Dorf im Land Sachsen-Anhalt und im Jerichower Land. Trotz seines hohen Alters macht der Ort einen netten und ansprechenden Eindruck, hat eine interessante Geschichte, zahlreiche Kulturgüter und geschichtliche Zeitzeugen.

In unserem Gebiet zwischen Eibe und Havel lebte einst der germanische Stamm der Semnonen. Große Teile des Stammes wanderten nach Süden und Südwesten über die Elbe ins Römische Reich ab und vermischte sich mit anderen germanischen Stämmen am unteren Main zum Stamm der Alemannen. Slawische Stämme, die aus dem Südosten Europas kamen, siedelten sich in unserem Gebiet im 7. Jahrhundert an. Siedlungsgebiete waren das Havelland, der Nordrand des Flämings und die Randgebiete des Fieners mit Ziesar, Tucheim, Dretzel, Gladau und Parchen. Die slawischen Völker wurden in grausamen Kriegszügen ab 1 147 über die Elbe nach Osten verdrängt. Das Land zwischen Elbe und Havel wurde von germanischen Stämmen besiedelt. Albrecht der Bär (1100 bis 1170), Markgraf der Nordmark (Altmark) und von Brandenburg siedelte Franken, Holländer und Flamen an.Er holte viel Volk "populum multum" ins Land. Die Magdeburger Erzbischöfe erkannten schon sehr früh die günstige Lage des Parchener Fleckens, weil der Ort an der Heerstraße Hamburg-Berlin-Magdeburg lag. Bereits im Jahre 1108 wurde in einer Urkunde des Erzbischofs Adelgot von Magdeburg das Dorf Boroschei (Parchen) erstmals urkundlich erwähnt. Es wurde dem Kloster Berge unterstellt. Die Magdeburger Erzbischöfe errichteten Anfang des 12. Jahrhunderts eine Castrum (Militärlager), ein befestigtes Schloß und eine Niederungsburg. Eine weitere urkundliche Erwähnung erfolgte 1145. Papst Lucius Il. in Rom nahm das Kloster Berge in seinen Besitz, darunter auch das Dorf Parchen. Am 18. Dezember 1209 nahm der Papst Innocenz Ill. das Kloster Berge in seinen Besitz und bestätigte demselben Rechte, Freiheiten und Besitzungen, darunter das Schloß Mundzoige, das Dorf Parchen mit seiner Kirche und 34 Hufen. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs. Er ist aber weiblichen Geschlechts und wurde von einem nach Osten gelegenen Bruch "Die Parchen' begrenzt. Parchen ist abgeleitet von dem slawischen Wort "parch" und heißt Sumpf Das Sumpfgebiet wurde entwässert und das Wasser floß in den Parchengraben. Die Wiesen des Flurstücks heißen heute noch Parchenwiesen. Zum 0rtskem zählen das Castrum und das Kirchengelände. 1147 wurde die Kirche zunächst als Holzbau und ab 1 1 54 als romanische Feldsteinkirche errichtet. Sie liegt auf einer Düne mit vorgelagerter Wehrmauer. Nach 1150 erfolgte der weitere Ausbau des Dorfes vom Kirchengelände aus. Das nördliche Teilstück der Hauptstraße wurde "Dorf' oder "Im Dorf", auch als Großparchen bezeichnet. In nördlicher Richtung entstand der Ortskern "Vor der Mühle" und in südwestlicher Richtung das "Burger Ende". Parchen hatte 1385 zwei Jahrmärkte, den einen zu Johanni (24. Juni) und den anderen zu Simon Judä (28. Oktober)und bekam dadurch des Stadtrecht verliehen. Parchen war im Mittelalter eine große Gemeinde. Dazu gehörten die Dörfer Golitz, Rohrbeck, Kladrun, Schönfurt und Dürremark. Diese slawischen Straßendörfer wurden im Mittelalter aufgegeben und im Kriege von 1405 bis 1407 zerstört. Die Burganlage, auch Alte Burg oder Altes Haus, wurde 1197 durch Abt Reinbodo vom Kloster Berge unter der Bezeichnung "Mundzoige" oder "Mundzog" errichtet. Nach 1458 wurde die Burganlage als wüste Burgstelle ausgewiesen. Sie liegt 2,4 km südöstlich von Parchen auf dem Südende einer langgestreckten Düne im Fiener.
1276 war der Ritter Rembart Burgvogt in Parchen, 1380 war Wemer von Kracht Besitzer des Schlosses, 1407 Jahn von Kotze und 1458 Cuno von Eichstedt. 1472 kaufte Kurt von Byern das Schloß, die wüste Burganlage und die wüsten Feldmarken. Die Parchener nahmen 1538 den protestantischen Glauben an. Der Dreißigjährige Krieg (1 61 8 bis 1648) brachte großes Leid über die Parchener Bevölkerung. 1631 rückten kroatische Einheiten ein, ermordeten einen Bauern am Burger Ende und setzten Hofstellen in Brand. Die Einwohner verließen das Dorf und kehrten erst 1645 wieder zurück. 17 1 0 wurde die Wassermühle gebaut, die zunächst mit dem Wasser des Parchengrabens versorgt wurde. Eine erste Entwässerung des Fieners erfolgte von 1744 bis 1747. Zeitgleich mit dem Bau des Planer Kanals (Elbe-Havel-Kanal) von 1743 bis 1746 wurde der Gloinebach als Tucheim - Parchener Bach am Südrand des Fieners am Fuße der Kappenberge und durch Parchen in den Planer Kanal geführt Die großen und weiten Grünflächen entstanden durch die Melioration des Fieners von 1777 bis 1783. 27000 Morgen Wiesenland wurden gewonnen, ein riesiger Wiesenteppich.
Das Parchener Schloss ist eine gelungenes Beispiel, wie der klassizistische Baustil der Schinkelzeit in die ländliche Architektur übernommen wurde.

Der Bau des Herrenhauses im Gutspark erfolgte von 1780 bis 1783. Ein Umbau des Herrenhauses wurde von Friedrich August Stüler (1800 bis 1865), Berliner Architekt, von 1830 bis 1832 vorgenommen. Das Parchener Schloß ist ein Beispiel für die Übernahme des klassizistischen Baustils der Schinkelzeit in die ländliche Architektur. Peter Joseph Lenn8 (1789 bis 1866), ein Gartenarchitekt, legte den Schloßpark nach dem Umbau des Schlosses an. 1840 erfolgte der Aufbau der Bockwindmühle auf dem Mühlenberg am Ausgang des Dorfes in Richtung Hohenseeden. 1974 wurde sie von der Gemeinde Parchen erworben und durch die Mitglieder des Rassegeflügelzuchtvereins restauriert. Sie steht seit 1975 unter Denkmalschutz. Im Februar 1878 wurde der Männerchor "Weiße Rose" gegründet. 1890 gegründeten Arbeiter den Arbeiterturnverein (A13, Bauern und Handwerker den Deutschen Turnverein (DT). 1899 wurden der Radfahrerverein (RVG)"Germania' und 1913 der Radverein (RVH) "Radfahrerverein - Hohenzollem" gegründet. Am 28.Dezember 1908 erfolgte die Gründung des Feuerlöschverbandes, die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr am 1. April 1927 in der Gaststätte Wohlenberg (Parkklause). Am 24.März 1953 wurde die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft "Bundschuh" gegründet und am 15.November 1990 in eine Agrargenossenschaft e.G. umgewandelt. Ein Schulneubau erfolgte von 1979 bis 1981 mit modernen Unterrichtskabinetten.

Die Turnhalle entstand 1983/84. Das neue Kindergartengebäude im Südteil des Schloßparks wurde von 1988 bis 1990 errichtet. Gesellschaftliche Veränderungen vollzogen sich mit der Wende vom Herbst 1989. Neue Handwerksbetriebe und Gewerbetreibende entstanden. Vier Wiedereinrichter begannen ab Januar 1990 Viehzucht, Grünlandwirtschaft und Ackerbau zu betreiben. Eine Grundschule bestand von 1991 bis 1999. Die Sekundar- und Gymnasialschüler besuchen die entsprechenden Schulen in Genthin. Bürgermeister der Gemeinde ist seit Mai 1990 Herr Horst Kühne. Die Gemeinde gehört seit dem 1. Dezember 1993 zur Verwaltungsgemeinschaft Genthin. Parchen führt seit dem 1. Dezember 1993 ein eigenes Gemeindewappen mit Hund (sitzende Bracke) und Bockwindmühle. Der Ort wurde am 29.Januar 1994 in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt aufgenommen.

Parchener Bürger gründeten am 25.Mai 1994 den Natur- und Heimatverein Parchen e. V. Herr Karl Seel ist Vorsitzender des Vereins. Am 4. Oktober 1997 wurde das Dorfgemeinschaftshaus "Klapperhalle" als kulturelles Zentrum der Gemeinde Parchen eingeweiht Ein Gedenkstein wurde vor der Klapperhalle am 3. Oktober 1998 aus Anlaß des Heimatfestes zum Erntedank errichtet. Er soll an die Dorferneuerung erinnern. Eine Bildergalerie über die Geschichte der Gemeinde Parchen und über die Geschichte der Ortsteile Wiechenberg und Hüttermühle ist ständig zu besichtigen. Am 2. Oktober 1999 pflanzten der Landrat des Jerichower Landes, Detlef Lehmann, und der Bürgermeister, Horst Kühne, eine Europa-Linde vor dem Dorfgemeinschaftshaus. Die Gemeinde Parchen hatte am 1.Januar 2000 mit den Ortsteilen Wiechenberg und Hütterrnühle 1071 Einwohner und eine Gemarkungsfläche von 4.123,21 Hektar.

Am 9. Juli 1991 verabschiedeten sich Lehrer und Erzieher der Parchener Oberschule mit einem kulturellen Elternabend, der von den Schülern in der Sporthalle gestaltet wurde.
Parchen. Der letzte pädagogische Rat zur Einschätzung des Schuljahres 1990/91 war am 11. Juli 1991. Die Zeugnisübergabe an die Schüler der Klassen 1 bis 9 erfolgte am 12. Juli 1991. Lehrer und Erzieher versammelten sich nach der Zeugnisübergabe im Lehrerzimmer, um sich zu verabschieden. Der letzte Direktor der Oberschule Parchen, Günther Schulenburg, übergab die Schlüssel der Schule an die Schulleiterin der Grundschule, Ilona Kabelitz. Gymnasialschüler besuchen von 1991 bis 1998 das Gymnasium in Güsen, dann das Bismark-Gymnasium in Genthin.
Die Sekundarschüler besuchen seit 1991 die Schule in Genthin-Altenplathow. Das Parchener Schulgebäude beherbergte von 1991 bis 1993 ausgelagerte Klassen des Genthiner Gymnasiums und ab Schuljahr 1993/94 eine Sonderschule mit Ausgleichsklassen bis 2001.
Das neue Schulgebäude am Parchener Bach in der Genthiner Straße besteht inzwischen fast 23 Jahre. Es beherbergte von 1981 bis 1991 eine zehnklassige Oberschule und von 1991 bis 1999 eine Grundschule. Zwischen 2001 und 2002 fanden umfangreiche Umbau- und Erweiterungsarbeiten am Schulgebäude statt, um Voraussetzungen für die Aufnahme der Schüler der Genthiner Dürerschule (L-Schule) zu schaffen.
Dürerschule zog ein.
Am 7. Oktober 2002 nahmen die Dürerschüler Besitz von ihrem schmucken Schulgebäude. 18 Lehrer unterrichten in modernen Unterrichtskabinetten 180 Schüler. Das Einweihungsfest der Dürerschüler erfolgte am 6. Dezember 2002.
Am 26. August 2000 fand ein Lehrertreffen im Dorfgemeinschaftshaus "Klapperhalle" in Parchen statt. Ehemalige Lehrer, Pionierleiter und Horterzieher trafen sich zu einem Wiedersehensfest. Dabei wurden auch die alten Unterrichtsstätten besichtigt. Das nächste Lehrertreffen wird im Jahre 2005 wieder in Parchen stattfinden.

Die Bockwindmühle auf dem Mühlenberg in Parchen stammt aus dem Jahre 1840 und ist heute das Wahrzeichen des Dorfes.

Die Geschichte der Parchener Bockwindmühle
Bockwindmühlen waren der vorherrschende Mühlentyp in Europa. Erste Angaben über die Existenz von Bockwindmühlen sind aus der Normandie (12. Jahrhundert), England (12.Jahrhundert), Haarlem (13. Jahrhundert) und aus Venedig (14.Jahrhundert) überliefert. Die ältesten Mühlen sind Bockwindmühlen. Die Hauptverbreitungszeit der Wind- und Wassermühlen war aber das 19.Jahrhundert. Während Wassermühlen an Wasserläufen in allen deutschen Regionen betrieben wurden, blieben Windmühlen auf die Standorte beschränkt, die windsicher waren. Das Mühlengewerbe fand im 18.Jahrhundert im Elbe-Havel-Gebiet seine große Verbreitung und war ein wichtiger Erwerbszweig. Noch heute begegnen uns in der Flur und in Ortschaften die Mühlenbreite, der Mühlenweg, der Mühlenberg, der Mühlengraben,die einen eindeutigen Zusammenhang zur Mühle herstellen.

Die Baukonstruktion einer Bockwindmühle war in idealer Weise für Umsetzungen geeignet. Viele der heute noch stehenden Mühlen dieser Art standen vorher schon an einem anderen Ort und verrichteten dort ihren Dienst. Die Parchener Bockwindmühle thront auf dem Mühlenberg im Flurstück „Galgenberg“ am Ausgang des Dorfes in Richtung Hohenseeden. Die Bockwindmühle wurde 1840 in der Altmark gekauft und in Parchen wieder aufgebaut. Sie hat einen kastenförmigen Holzaufbau mit Mahlwerk und Aufenthaltsraum, der auf einem vierstrebigen Bock steht. Der Bock, der der Mühle den Namen gab, stützt den senkrecht stehenden Hausbaum, auf dessen oberem Zapfen über eine mächtige Holzkonstruktion der gesamte Mühlenkasten drehbar gelagert ist. Die Mühle ruht auf vier auf dem Erdboden liegenden Fundamenten (Feldstein, Mauerwerk, Sandstein). Die Fläche beträgt 6 mal 8 Meter, die Gesamtfläche 48 Quadratmeter. Darüber ist das Schwellenkreuz gelegt, über dessen Mittelpunkt der Hausbaum steht, senkrecht im Mühlenhaus. Der Hausbaum, eine mächtige kanadische Eiche, hat einen Durchmesser von 60 Zentimetern. Das Eichenholz muss ein Jahr im Wasser liegen, um dadurch eine bestimmte Festigkeit zu erreichen.

Der Hausbaum wird an seinem unteren Ende durch das Schwellenkreuz und etwa in der Mitte durch die Sturmbänder gehalten. Der Bock war zur Schaffung einer überdachten Lagerfläche ummauert. An dem herausragenden Stert, auch Sterz, Steert, Schwanz, Steiß, Schiebebaum oder Deichsel, wird die Mühle in den Wind gedreht. Eine Bockwindmühle muss ständig neu mit einer Kurbel in den Wind gestellt werden. Die Spannweite des Flügelkreuzes beträgt 18 Meter. Es besteht aus zwei kreuzweise gestellten Balken, die Bruststücke genannt werden. An ihnen befestigte man vier einzelne Flügel, die Ruten. Die verstellbaren Flügelklappen stellten dem Wind eine Gesamtfläche von 50 Quadratmetern entgegen. Sie wurden durch ein Gestänge gesteuert. Eine breite mit schwenkende Holztreppe führt zu einem laubenartig vorgebauten Eingang zum Mahlwerk. Die Inneneinrichtung und das Mahlwerk sind noch vollständig erhalten. Der Durchmesser des Kammrades beträgt 3,50 Meter. Der Einbau der Elektroleitung erfolgte am 14. Juli 1945 durch den Parchener Elektromeister Karl Wille. Die Parchener Bockwindmühle war von 1840 bis 1971 immer im Besitz der Familie Knak. Müllermeister Ernst Knak verstarb am 18. Oktober 1971. Die Mühle ging nun in den Besitz des Neffen Oskar Meye über. Die Familie Meye wohnt auf dem Mühlenberg 1. 1974 wurde die Bockwindmühle vom Bürgermeister Franz Einecke für die Gemeinde gekauft. Der Rassegeflügelzuchtverein übernahm dann die Mühle mit dem Mühlengelände. Unter Leitung des Vorsitzenden, Horst Kühne, wurde die Mühle einer Reparatur unterzogen. Das Dach, die gesamte Außenhaut und andere schadhafte Stellen wurden ausgebessert. 1975 stellte man die Mühle unter Denkmalschutz. Das alte Flügelkreuz wurde 1982 abgenommen und ging auf die Reise zur Firma Zecher, einem Windmühlenbetrieb in Wittenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Die neuen Ruten kamen 1986 wieder zurück. Sie wurden am 24. Und 25. Juni 1987 angebracht. Die Ruten sind heute starr gelagert, ohne verstellbare Klappen. Am 30. August 1989 wurden die Außenhaut und die Inneneinrichtungen mit Holzlasur behandelt. Die ABM-Gruppe „Denkmalpflege“ nahm 1991/92 weitere Reparaturen und Verschönerungsarbeiten vor. So wurde 1992 die mitschwenkende Treppe vollständig erneuert. Die Arbeitsgemeinschaft „Junge Historiker“ unter Leitung der Geschichtslehrerin Frau Elke Lendner sammelte von 1982 bis 1989 landwirtschaftliche Maschinen und Geräte.Sie wurden gesäubert, gestrichen und auf dem Mühlenberg aufgestellt. Die ABM-Gruppen pflegen heute das Mühlengelände mit den Maschinen und Geräten. Die Bockwindmühle ist ein technisches Museum, eine Schauanlage. Sie begrüßt jeden Besucher freundlich und höflich auf dem Mühlenberg an der Bundesstraße.
Die Mühle ist im Gemeindewappen als Wahrzeichen des Ortes verankert. Anlässlich des Mühlentages findet das Mühlenfest „Rund um die Bockwindmühle“ statt. Höhepunkt des Festes ist das Hähnewettkrähen, das vom Rassegeflügelzuchtverein e. V. veranstaltet wird. Auch eine Mühlenfahne weht auf dem Mühlenberg.

Die Parchener Bockwindmühle ist nach Absprache zu besichtigen. Ein Besuch lohnt sich immer !
Text und Bilder wurden von Herrn Günter Schulenburg zur Verfügung gestellt. Vielen Dank !

Die Kontaktadressen lauten:

Günter Schulenburg
Steinstr. 5
39307 Parchen
Tel. 039345/220
Horst Kühne
Parkstr. 1
39307 Parchen
Tel. 039345/208

Wiechenberg, ein Ortsteil von Parchen

Zwischen Genthin und Parchen liegt die Hochfläche des Berges von Wiechenberg. Sie zieht sich etwa zwei Kilometer in Richtung Parchen hin. Die Hochfläche ist die natürliche Fortsetzung der Nordspitze des Flämings. Sie besteht vorwiegend aus geschichteten Sanden, nur an der nördlichen Spitze befindet sich Lehm. Die Eiszeit vor 10000 Jahren hinterließ Moorerde, Elbeschlick, Sand des Flämings und Lehm. In Höhe der ehemaligen Gaststätte an der Bundesstraße 1, am Kilometerstein 188,8, kündigt ein Ortsschild das Dörfchen Wiechenberg an, das 500 Meter östlich der Bundesstraße liegt. Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) wurden Menschen in ländlichen Gebieten angesiedelt. Durch königliche Order wurden Gemeinden verpflichtet, Existenzen für abgedankte Offiziere und Soldaten in Form von Kleinsiedlerstellen zu schaffen. Im ehemaligen Kreis Jerichow II siedelte man nach dem Siebenjährigen Krieg 496 Kolonistenfamilien an. Kolonisten waren Soldaten, Heimatlose und Arbeitslose, die wieder sesshaft gemacht werden sollten. Die Gemeinde Parchen mußte schon nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648), im Jahre 1650, vier Kolonistenfamilien aufnehmen. Sie wurden in der Mühlenstraße angesiedelt. Die große Melioration des Fieners von 1777 bis 1783 bot eine günstige Gelegenheit, Kolonisten am Rande des Fieners anzusiedeln. Man benötigte viele Arbeitskräfte für die Meliorationsarbeiten. Zwischen 1765 und 1770 wurden unterhalb des Wiechenberges 13 Kolonistenstellen eingerichtet, die mit Weide- und Holzrechten ausgestattet wurden. 13 Einfamilienhäuser mit Höfen und Stallungen entstanden. Das nötige Baumaterial stellten der preußische Staat und die Gemeinde Parchen zur Verfügung. Der Wald lieferte das Bauholz. Die Existenzgründer waren Bauern, Handwerker, Soldaten, Tagelöhner, Torfstecher und Torfhändler. So entstand das Kolonistendorf. Wiechenberg ist ein typisches Straßendorf mit 13 Häusern und einer Dorfstraße. Die Chronik belegt, daß 1782 in Wiechenberg 49 Einwohner in 14 Wohnhäusern lebten. 1852 existierten nur 13 Gehöfte. Sie sind heute noch vorhanden, teils modernisiert oder durch Neubauten ersetzt. Die Altbauten haben Vorgärten, Höfe und Stallungen. Die Scheune lag parallel zur Dorfstraße. Dahinter lagen die Gartengrundstücke. Man bezeichnete die Stelle hinter der Scheune auch als Scheunenbreite. Auf der anderen Seite der Straße befanden sich die Ackerflächen als schmale lange Enden bis zum Wiechenberg hinauf Auch die Schafzucht war weit verbreitet. Die großen Schafställe standen östlich der Nordspitze des Wiechenberges zwischen Bundesstraße und Flurstück "Birkheider rechts der Chaussee". Der Ort hieß zunächst Kolonie Birkheide, auch Birkenheide, Birkhaider, abgeleitet von den Birkenwäldem, die sich in Richtung 5-SteineKreuzung befanden. Der Wiechenberger Weg, auch Birkenweg, der in den Hüttermühler Weg mündet, fahrt direkt in die Verwaltungsgemeinde Parchen. Heute erinnert nur noch das Flurstück "Birkheider Nachtheinigte" an die alte Bezeichnung des Ortes. Erst später, etwa um 1850, erhielt die Ortschaft in Anlehnung des Höhenzuges seinen heutigen Namen, auch Dorf am Berg. Die Nachtheinigte war eine Grasfläche im Birkenwald, die zur Unterbringung des Viehs in der Nacht genutzt wurde. Sie mußte umhegt sein, damit das Vieh in der Nacht zusammenblieb. Man nannte sie auch Nachtweide. Die Wiechenberger lebten hauptsächlich von der Landwirtschaft und vom Handwerk. Die bekannte 5-Steine-Kreuzung, ein mittelalterlicher Weg, entstand mit der Gründung des Kolonistendorfes. Der von Parchen kommende Hüttermühler Weg trifft auf die Kreuzung und @ zum Vorwerk Hüttermühle. Vonder Kreuzung zweigen fünf Wege in alle Richtungen ab, so auch ein Weg nach Wiechenberg und weiter bis an die Bundesstraße. 1910 entstand auf dem Wiechenberg ein Gaststättengebäude mit Saal, direkt an der Bundesstraße. Es wurde vom Bauherrn Hesse errichtet. 1950 erfolgte ein Anbau in Form eines Torhauses, bestehend aus Backsteinen mit Putzverkleidung. Besitzer waren Otto Bühring, Otto Schröder und ab 1926 Werner Deicke. Die Gaststätte lag direkt an der Verkehrsader und war ein beliebtes Ausflugslokal. Die Gaststätte bestand noch bis 1984. Die Wiechenberger Schüler besuchten bis 1960 die Schule in Parchen. 1961 legte man in Wiechenberg einen Löschwasserteich mit einem Fassungsvermögen von 100000 Litem (100 m') an. 1991 wurde der Ort an das Trinkwassernetz angeschlossen. Die Unterflurhydranten entstanden an der ehemaligen Gaststätte, am Anfang (Haus Besekau) und am Ende (Haus Kottas) des Dorfes. Der Ortsteil Wiechenberg liegt in der Flur 4 der Parchener Gemarkung. Nach der Wende von 1989 siedelten sich zwei Handwerksbetriebe an. Mario Kühn eröffnete am 18.April 1990 einen Autohandel für Gebrauchtwagen, den er bis 1995 in Wiechenberg führte, heute in Parchen an der Bundesstraße. Am 1. Juli 1990 eröffnete Dieter Schöneberg eine Autowerkstatt und bot Hilfe für in Not geratene Autofahrer an. Der Wiechenberger Abschleppdienst und die Pannenhilfe arbeiten im Auftrag des ADAC. Im Auto-Service GmbH konnten sieben arbeitslose Fachkräfte eine Anstellung finden. Am 15.Februar 1994 wurde eine Autolackiererei angegliedert. Am 1. Januar 2000 hatte der Ortsteil 67 Einwohner. Wiechenberg wurde am 18. Februar 1998 in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt aufgenommen. Die Einwohnerversammlung zur Umsetzung der anstehenden Aufgaben fand am 5. März 1998 in Wiechenberg statt. Daran nahmen alle Einwohner, der Dorfplaner Horst Köppe und der Bürgermeister Horst Kühne teil. Die Zufahrtsstraße von der Bundesstraße bis Ortseingang wurde vom 1. Juni bis 30. September 1999 erneuert, auch der Geh- und Radweg und die Straßenbeleuchtung. 125 Feldahorn wurden im Monat Dezember 1999 zu beiden Seiten der Zufahrtsstraße und in der Dorflage gepflanzt.

Hüttermühle, ein Ortsteil von Parchen

Der Ortsteil Hüttermühle liegt in der Flur 6 der Parchener Gemarkung. Das ehemalige Vorwerk Hüttermühle ist viel länger besiedelt als Mützel. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1576 in Verbindung mit einer Glasbläserei. Erste Anfänge sind im Bereich des Forsthauses Hüttermühle zu suchen. Etwa 100 Meter nördlich davon stand die ehemalige Hüttermühle, auch als Hüttermühle bezeichnet. Sie wurde vom Wasser des alten Fließ angetrieben und vermutlich zur Verhüttung des Quarzsandes für die Glasherstellung benutzt. Die Sandentnahmestelle befand sich wenige Meter von der Bundesstraße 107 entfernt vor dem alten Friedhof Die Sandgrube bestand noch bis 1938. Der Besitzer der Sandgrube verkaufte den Quarzsand vorwiegend an Genthiner Hausbesitzer. Der Sand war wegen seiner Griffigkeit sehr beliebt zum wöchentlichen Abstreuen der mit Ziegelsteinen belegten Hausflure. In der Nähe der Hüttermühle lag auch die Wüstung Golitz, eine ehemalige slawische Siedlung. 1786 erwarb das Adelsgeschlecht von Bayem aus Parchen das Vorwerk Hüttermühle. Als Vorwerk bezeichnet man ein Dorf ohne Gut. Es wurde dann von Parchen aus verwaltet. Bis etwa 1920 wurde an der Straße vor der Gaststätte Chausseegeld erhoben. Die Gaststätte entstand 1890 mit dem Bau der Straße von Tucheim nach Genthin. Bis 1914 hieß die Gaststätte "Zum Deutschen Kronprinz" und gehörte der Familie Gillert. Nächster Besitzer war von 1914 bis 1934 Gustav Linsdorff. Er verkaufte sie an Karl Lambeck aus Genthin, der umfangreiche Um- und Ausbauten am Objekt vornahm und sie dann an seinen Schwager Albert Suhl verpachtete. Sie hieß nun "Gaststätte zur Erholung". 1960 kaufte die Pumpenfabrik Oschersleben das Objekt und machte daraus ein Kinderferienlager. Von 1987 bis 1989 erfolgte durch die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Schweinemast Gladau der Abriss und der Neuaufbau einer Gaststätte. 1993 erfolgte der Verkauf der Gaststätte an einen Privatbesitzer, der umfangreiche Umbauarbeiten vornahm. Die Wiedereröffnung als Hotel und Restaurant "Zur Hüttermühle"fand am 15. April 1995 statt. 1991 baute Klaus Peter Dittrich ein modernes Mazda-Auto-Center auf Am 13.Juni 1999 wurde in Hüttermühle ein Ortschaftsrat gewählt, der aus den Bürgem Günter Baeker, Heinz Bräuer und Peter Dietert besteht. Hüttermühle ist ein typisches Straßendorf mit 1 0 Altbauten und einer Gaststätte. Die Häuser stehen zu beiden Seiten der Dorfstraße. 1997/1998 kamen sechs neue Einfamilienhäuser hinzu. Zwei Flachspiegelbrunnen und zwei Unterflurhydranten sorgen für ausreichend Wasser in Gefahrensituationen. Am 1. Januar 2000 hatte der Ortsteil 40 Einwohner. Hüttermühle wurde am 18. Februar 1998 in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt aufgenommen. Die Einwohnerversammlung zur Umsetzung der anstehenden Aufgaben fand am 12. März 1998 in Hüttermühle statt. Daran nahmen alle Einwohner, der Dorfplaner Horst Köppe und der Bürgermeister Horst Kühne teil. Die Dorfstraße wurde vom 15. September 1998 bis 9. April 1999 erneuert. Sie erhielt ein Verbundpflaster mit einer Fläche von 1570 Quadratmetern, ist 320 Meter lang und fünf Meter breit und hat eine neue Regenentwässerung und Straßenbeleuchtung.